Historisches

kommando1889
Kommandant Julius v. Szabo mit den Mitgliedern des Kommandos im Jahr 1889
 

Am 1. März 1874 fand unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Johann Permayer eine Versammlung statt. Das Komitee, das hierbei gegründet wurde, leistete alle Vorarbeiten für die Gründung eines Feuerwehrvereins. Die erste Hauptversammlung der Stadtfeuerwehr fand schließlich am 12. April 1874 statt, damals noch mit einem Mannschaftsstand von 84 Mitgliedern und einer Gerätschaft von 2 Spritzen, jedoch noch ohne zentrales Lager. Der Bau desselben wurde erst im Jahre 1906 beschlossen und im Jahre 1908 durchgeführt, nach den Plänen von Gustav Kritsch und mit Unterstützung der Gemeinde, des Fürsten Esterházy und der Fa. Wolf.

Als 1914 der Erste Weltkrieg begann, schlitterte die Feuerwehr in eine tiefe Krise. Die meisten aktiven Feuerwehrmänner wurden zum Wehrdienst einbezogen, und auch die neu Eintretenden, Jüngeren, mussten nach nicht allzu langer Zeit ihren Kameraden in den Kriegsdienst folgen. Aber auch die Zwischenkriegszeit war hart für die Feuerwehr Eisenstadt. Es war sehr schwer, junge Männer dazu zu bringen, ihre Zeit dem Allgemeinwohl zu opfern. Dennoch gelang es durch Werbung, den Mannschaftsstand im Jahre 1923 von 60 auf 85 Mann zu erhöhen.

Die fortschreitende technische Entwicklung ging auch an der Feuerwehr nicht spurlos vorüber. Im Jahre 1931 wurde der erste Rüstwagen angeschafft, um bei den immer häufiger werdenden Auto- und Motorradunfällen besser und effizienter helfen zu können.

Im Jahre 1935 überarbeitete der damalige Stadtfeuerwehrkommandant und Landesrat Dipl. Ing. Strobl die Feuerwehrgesetze und konnte schließlich einen Entwurf präsentieren, der am 3. Juli Gesetzeskraft erlangte. Diese Gesetze machten die Orts- und Stadtfeuerwehren des Burgenlandes zu Einrichtungen öffentlichen Rechts mit Rechtspersönlichkeit – ein sehr moderner Ansatz, das Problem der rechtlichen Stellung der Feuerwehren zu lösen, dem andere Bundesländer teilweise erst jetzt folgen.

Im Zuge der Okkupation Österreichs durch das Deutsche Reich 1938 wurden auch die Feuerwehren übernommen und in das Reichsdeutsche Gegenstück, die Feuerschutzpolizei, eingegliedert. Als dann 1939 der 2. Weltkrieg ausbrach, wurden die Feuerwehren von der Geschichte eingeholt – wieder mussten viele Feuerwehrmänner ihren Dienst mit der Waffe antreten, wodurch sich die Feuerwehren erneut vor dem Problem der personellen Unterbesetzung wiederfanden – und das in einer Zeit, in der Luftangriffe tagtäglich zu neuen Bränden führten… Man behalf sich, indem man Studenten und Lehrlinge sowie auch erstmals Frauen zur Brandbekämpfung einteilte. Die Angriffe auf Eisenstadt hatten ihren tragischen Höhepunkt am 10. Mai 1944, als schwere Fliegerbomben 20 Häuser total zerstörten und 40 Menschen das Leben nahmen. Als der Krieg schließlich vorbei war, befanden sich viele Feuerwehren, so auch die FF Eisenstadt, vor dem Ruin. Einerseits hatte der Krieg vielen Feuerwehrleuten das Leben gekostet, andererseits wurden fast alle Geräte von der sowjetischen Besatzungsarmee als „deutsches Eigentum“ beschlagnahmt und mitgenommen. Übrig blieb der FF Eisenstadt damals nur eine einfache Handdruckspritze. Es dauerte geraume Zeit und kostete enorme Mühen, bis die Feuerwehrleute wieder die nötigsten Geräte und Fahrzeuge anschaffen konnten.

Die nachfolgenden Jahre waren hauptsächlich vom Wachstum der Stadt Eisenstadt und ihrer Feuerwehr geprägt. So wurden im Jahr 1971 im Zuge der Gemeindezusammenlegung von Eisenstadt, Kleinhöflein und St. Georgen auch die Feuerwehren dieser Ortschaften in den Feuerwehrbezirk Eisenstadt eingegliedert.

Am 2. 2. 1980 kam es zu einem Brand in der Martinskaserne in Eisenstadt. Die FF Eisenstadt versuchte das Feuer durch einen Innenangriff zu bekämpfen, doch erst nach Einsatz der Drehleiter der Feuerwehr Wr. Neustadt konnte der Brand unter Kontrolle gebracht und eine Katastrophe verhindert werden. Im Hinblick auf mögliche weitere Einsätze dieser Art wurde beschlossen, eine Drehleiter DL 30 anzuschaffen, die am 5. 9. 1980 in Dienst gestellt wurde.

Da das Feuerwehrhaus in der Rusterstraße mittlerweile nicht mehr genügend Platz für alle Fahrzeuge und die Mannschaft der FF Eisenstadt bot, wurde 1991 der Bau einer neuen Feuerwehrzentrale vom Gemeinderat beschlossen. Im März 1994 begann der Bau der Feuerwehrzentrale im Bereich des Allsportzentrums, die schließlich am 17. 9. 1995 offiziell eingeweiht wurde.

 

Die Kommandanten

der Freiwilligen Feuerwehr der Freistadt Eisenstadt

1874-1877 Matthias Kritsch
1877-1883 Anton Grüßner
1883-1888 Julius v. Major
1889-1901 Julius v. Szabo
1901-1905 Bela Grüßner
1905-1909 Lorenz Kugler
1909-1915 Nikolaus Stolz
1915-1919 Emil Spitzer
1919-1928 Gustav Polsterer
1928-1938 Dipl. Ing. Franz Strobl
1938-1942 Dipl. Ing. Erwin Hahnakamp
1942-1943 Franz Wind
1943-1945 Franz Wagner
1945-1954 Josef Binder
1954-1955 Alfred Maly
1955-1981 Dipl. Ing. Gustav Kolbe
1981-1999 Dipl. Ing. Gerhard Linortner
1999- Kurt Feichtinger

Die Obmänner

des Feuerwehrvereines von 1874 bis 1932

(Die Freiwillige Feuerwehr hatte früher den Charakter eines Vereines. Der jeweilige Obmann wurde mit „Vereinspräsens“ angesprochen.)

1874

Karl Varits
1874-1879 Emmerich Wimmer
1879 Adolf Diwan von Nerencs
1879-1883 Julius von Major
1883-1901 Anton Grüßner
1901-1905 Bürgermeister G. von Pamlenyi
1905-1908 Propst Viktor Horvath
1908-1912 Leopold Wolf sen.
1912-1929 Johann Tintera
1929-1932 Dipl. Ing. Adolf Vogl